Sonnenfinsternis

Die Beobachtung einer Sonnenfinsternis ist ein unvergleichliches Erlebnis. Leider findet dieses Ereignis selten statt. Die letzte   totale Sonnenfinsternis, die in Deutschland sichtbar war, fand am 11. August 1999 statt. In vielen Bereichen war dieses Ereignis allerdings von starker Bewölkung getrübt. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die von Deutschland aus zu sehen ist, ereignet sich erst am 3. September 2081. In anderen Ländern bzw. Erdteilen passieren totale Sonnenfinsternisse früher, diese können Sie natürlich versuchen zu erleben. Es gibt schon seit Jahren den Trend, spezielle Reisen zu diesen Ereignissen zu buchen. Am 20. März 2015 konnten Sie auf den Färöer-Inseln eine totale Sonnenfinsternis sehen. Immerhin war sie zumindest partiell auch in Deutschland sichtbar – sofern Sie eine Wolkenlücke erhaschen konnten. Es war an diesem Tag in weiten Teilen des Landes stark bewölkt und sogar nebelig.

Am 12. August 2026 ist eine totale Sonnenfinsternis im Norden Spaniens zu beobachten und am 2. August 2027 in Nordafrika und Südspanien. Aber auch eine partielle – also teilweise – Sonnenfinsternis ist ein lohnendes (Foto-)Ereignis. Bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde annähernd auf einer Linie. Dabei fällt der Schatten des Mondes auf die Erde. Sonnenfinsternisse unterscheiden sich in drei Varianten: die partielle, die ringförmige und die totale Sonnenfinsternis. Bei einer totalen Sonnenfinsternis bedeckt der Mond die sichtbare Sonnenscheibe vollständig. Dies ist allerdings auf der Erde nur in dem Bereich zu sehen, in dem der Kernschatten des Mondes auf die Erdoberfläche trifft. Berührt der Mond erstmals den Rand der Sonnenscheibe, wird dies als erster Kontakt bezeichnet. Der Mond verdeckt danach immer größere Teile der Sonne. Mit dem zweiten Kontakt beginnt die Totalität: Der Mond hat die Sonnenscheibe nun vollständig bedeckt. Beim dritten Kontakt beginnt das Ende der Totalität: Die Sonnenscheibe wird am gegenüberliegenden Rand erstmals wieder sichtbar. Beim vierten Kontakt hat der Mond die Sonnenscheibe vollständig verlassen; die Sonnenfinsternis ist damit beendet. Nur Beobachter innerhalb des Kernschattens des Mondes können die Sonnenfinsternis als total erleben. Je weiter der Beobachter von der Zone entfernt ist, desto kleiner ist die zu beobachtende Bedeckung. Bei einer totalen Sonnenfinsternis werden besondere emotionale Komponenten wahrgenommen. So wird es kurz vor dem zweiten Kontakt merklich dunkler. Es wird kühler und es wird oft bemerkt, dass das Zwitschern der Vögel verstummt. Auch Tiere können auf die ungewöhnliche Dunkelheit und die veränderten Umweltbedingungen reagieren. Menschen sind von dem Ereignis so ergriffen, dass selbst die, die sich das Fotografieren einer solchen Finsternis vorgenommen haben, fast vergessen, auf den Auslöser zu drücken. Während einer totalen Sonnenfinsternis wird die Korona sichtbar. Bei einer ringförmigen oder partiellen Sonnenfinsternis ist sie aufgrund der weiterhin sichtbaren Photosphäre nicht zu erkennen. Partielle Sonnenfinsternisse können für Beobachter weniger auffällig sein, insbesondere wenn der Bedeckungsgrad gering ist und der Zeitpunkt nicht bekannt ist. Fotografisch sind sie dennoch interessante Ereignisse.

© 2026 Roland Störmer – Alle Rechte vorbehalten.

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